Unternehmensbewertung

Mag. Daniel Spornitz
Mag. Daniel Spornitz
CEO Einsatz-Agentur

Am Ende des Tages steht eine Preisverhandlung – und für diese sollte eine professionelle Entscheidungshilfe zur Verfügung stehen.

Eine Unternehmensbewertung durch unsere Unternehmensberatung hat den Charakter eines Gutachtens und wird als Dossier gebunden erstellt und ausführlich im Gespräch erläutert.

Oft ergeben sich ergänzend durch die Einschätzung und Branchenkenntnis des Unternehmensberaters wertvolle Hinweise oder Ansatzpunkte.

Grundsätzlich vorab einige Gedanken zum Unternehmenswert: Einen objektiven Firmenwert gibt es in der Praxis nicht. Während Unternehmer, die ihr Unternehmen verkaufen wollen, neben den Sachwerten auch die Arbeit sehen, die sie in das Unternehmen investiert haben, denkt der Erwerber an den nachhaltigen Zukunftserfolg und wie er den Kaufpreis finanzieren kann. Beide kommen daher nicht selten zu unterschiedlichen Wert- bzw. Preisvorstellungen, wenn es um den Kaufpreis geht. Aber auch unterschiedliche Erwerber kommen je nach persönlicher Zielvorstellung und Vermögenslage zu unterschiedlichen – individuell jeweils richtigen – Werten.

Eine rechtlich verbindliche Vorgehensweise für die Unternehmensbewertung existiert nicht. Betriebswirtschaft und Praxis haben daher unterschiedliche Methoden entwickelt, um den Unternehmenswert zu ermitteln. Jedes Verfahren kann nur Anhaltspunkte für Wertermittlung und damit den Preis geben. In der Regel erhalten Sie also bei einer Unternehmenswertberechnung bis zu 50 Seiten Text und dann einen U-Wert – und dann? Die Berechnung schaut zu Beginn ganz einfach aus und wird dann zunehmend komplizierter: Ganz nach dem Motto: Alle Klarheiten beseitigt. Nicht so bei uns! Wir nehmen Sie mit ins Boot und erklären – soweit gewünscht – alles vertsändlich und geanu.

Letztlich bleibt es aber dem Verkäufer und Käufer überlassen, sich auf angemessene Übernahmebedingungen zu einigen. Auch hier stehen wir gerne beratend für Käufer oder Verkäufer zur Verfügung.

Beispielhaft sind die gängigsten Bewertungsverfahren kurz erläutert und bewertet.

A. Ertragswertverfahren
B. Substanzwertverfahren
C. Marktwertmethode und weitere Verfahren
D. Bewertung durch die Berater

A. Ertragswertverfahren

Das Ertragswertverfahren ist die meistverbreitete Methode zur Ermittlung eines Unternehmenswertes. Es basiert auf der Annahme, dass der Wert eines Unternehmens hauptsächlich in den zu erwartenden Ertragsüberschüssen, also durch sein Potential, in Zukunft Gewinne zu erzeugen, bestimmt wird. Das Verfahren berücksichtigt die Anlagealternativen des Kaufinteressenten, der mit seinem Kapital entweder das Unternehmen erwerben kann oder sein Geld am Kapitalmarkt anlegt. Die zugrunde liegende Fragestellung lautet: Wie hoch darf der Unternehmenswert sein, damit der erwirtschaftete Gewinn oder Cashflow eine angemessene Verzinsung auf das eingesetzte Kapital, den Kaufpreis, darstellt?

Bei dem reinen Ertragswertverfahren entspricht der Wert des Unternehmens dem Barwert aller zukünftigen Einnahmeüberschüsse. Der Ertragswert wird somit bestimmt durch den erwarteten Unternehmenserfolg in den folgenden Jahren und durch einen Kapitalisierungszinsfuß, mit dem die zukünftigen Überschüsse auf den Zeitpunkt des Verkaufs abgezinst werden. Die Prognose der zukünftigen Erträge baut in der Regel auf den Werten der Vergangenheit auf. Die Erträge aus der Vergangenheit sind jedoch nur ein Indikator unter vielen für die zukünftige Entwicklung des zu bewertenden Unternehmens. Für den Erwerber des Unternehmens ist entscheidend, wie viel Gewinn er in Zukunft mit dem Unternehmen erwirtschaften kann. Vor der eigentlichen Bewertung des Unternehmens sollte daher eine umfassende Analyse sämtlicher Aspekte des Unternehmens durchgeführt werden, insbesondere eine intensive Untersuchung des zukünftigen Umsatz-, Kosten-, Investitions- und Ergebnispotenzials.

 Schritte zur Ermittlung des Ertragswertes:

  • Aufstellen einer Prognose für den relevanten Markt auf der Basis der Entwicklung in der Vergangenheit und einer Chancen-/Risiken-Analyse. Für eine aussagefähige Unternehmensprognose sind u.a. Kenntnisse über die Größe und Wachstumsrate der Branche, die Wettbewerber und die Konkurrenzprodukte, die Stellung der eigenen Produkte, die Kundenstruktur, das betriebliche Personal sowie den Zustand des Anlagevermögens/Inventars erforderlich.
  • Entwurf einer langfristigen Umsatz-, Kosten-, Ergebnis- und Investitionsplanung (5 Jahre, davon 3 detailliert)
  • Ermittlung des nachhaltig erzielbaren Ertrags/Cashflows

B. Substanzwertverfahren

Beim Substanzwertverfahren werden die Kosten addiert, die bei der Reproduktion des vorhandenen Unternehmens anfallen würden. Der Substanzwert bezeichnet den gegenwärtigen Verkehrswert aller materiellen, immateriellen, betriebsnotwendigen und nicht betriebsnotwendigen Vermögensgegenstände abzüglich der Schulden und Verbindlichkeiten des Unternehmens. Die Substanz kann man unter der Annahme der Fortführung (Substanzwert) oder der Liquidation (Liquidationswert) eines Unternehmens ermitteln.
Der Substanzwert wird bestimmt durch Anschaffungswert, Zustand, durchschnittliche technische Nutzungs- und Lebensdauer der zu veräußernden Wirtschaftsgüter, aber natürlich auch durch die Nachfrage nach diesen Gütern. Die Schwierigkeit, die immateriellen Werte zu berechnen, führt in der Praxis meist dazu, dass nur die materiellen Werte erfasst werden. Immobilien können von vereidigten Gutachtern geschätzt werden. Bei der Schätzung des Substanzwertes der beweglichen Wirtschaftsgüter helfen ebenfalls vereidigte Sachverständige, Berater oder Verbände.
Beim Liquidationswert wird geschätzt, welche Verkaufserlöse die Wirtschaftsgüter erzielen können, wenn sie einzeln verkauft werden. Angewendet wird das Verfahren nur bei chronisch unrentablen Betrieben. Der Liquidationswert stellt daher die absolute Wertuntergrenze des Unternehmens dar.

C. Marktwertmethode und weitere Verfahren

Dritter Ansatz zur Wertermittlung ist der Marktwert, der sich letztlich aus dem Spiel von Angebot und Nachfrage als Gleichgewichtspreis ergibt. Bei börsennotierten Unternehmen ist dies der Börsenwert. Bei anderen Unternehmen können börsennotierte Unternehmen oder in jüngster Vergangenheit übertragene Unternehmen Anhaltspunkte für die vergleichsorientierte Wertermittlung geben.

In der Literatur stößt man außerdem häufig auf die Begriffe “Mittelwert” und “Stuttgarter Verfahren”. Die sogenannte Mittelwertmethode berechnet den Unternehmenswert als arithmetisches Mittel aus Ertrags- und Substanzwert. Es wird meist nur dann angewendet, wenn der Ertragswert größer ist als der Substanzwert. Die Mittelwertmethode wird auch häufig als Praktikerverfahren bezeichnet. Der Mittelwert wird errechnet, indem man Substanz- und Ertragswert gewichtet und addiert. Oft wird in der Praxis hierfür fälschlicherweise synonym der Begriff “Stuttgarter Verfahren” verwendet.

D. Bewertung durch einen Berater (mit Branchenkenntnis)

Die Unternehmensbewertung hängt von vielen Faktoren ab, und auch die Wahl des Verfahrens ist nicht immer eindeutig. Das Ertragswertverfahren ist Standard und gilt neben der DCF-Methode nach heute herrschender Meinung unter finanziellen Zielsetzungen als das einzig theoretisch richtige Verfahren zur Unternehmensbewertung. Dies wird damit begründet, dass der Unternehmenskäufer keinen Preis zahlen wird, bei dem sich der investierte Kaufpreis nicht genügend verzinst. Jedoch lassen sich auch mit dem Ertragswertverfahren grundsätzlich nur Tendenzaussagen erzielen. So besteht Unsicherheit über den richtig angesetzten Kapitalisierungszinsfuß und über die Höhe der künftigen Erträge. Die Gewinne des Vorgängers können hier nur einen Anhaltspunkt für den Erfolg des Nachfolgers geben, da die Wettbewerbsverhältnisse sich im Laufe der Zeit ändern können, oder die unternehmerischen Fähigkeiten des Verkäufers und des Käufers variieren. Ein weiteres Problem ist die wenig realistische Annahme zeitlich unbefristet zu erzielender Erträge. Somit führt eine Unternehmensbewertung auf dieser Basis zu vergleichsweise hohen Kaufpreisforderungen seitens des Verkäufers.

Quelle: Großteils sinngemäß entnommen den Unterlagen Handelskammer Hamburg, Fachsenat.