Cash Flow berechnen

Cash Flow Berechnung für KMU

Der Cash Flow – und nicht nur „Umsatz & Gewinn“ – ist wichtig, um zu beurteilen, ob ein Betrieb funktioniert. Studien zeigen: 80 % der KMU, die scheitern, tun dies, weil sie ihren Cash Flow nicht im Griff haben!

Die Berechnung der geschätzten Geldströme wird bei vielen Unternehmen vernachlässigt. Einige stellen die Cashflow-Planungen sogar komplett wieder ein, weil sie deren Komplexität nicht in den Griff bekommen. Dabei handelt es sich nicht nur um Kleinst-Unternehmen und kleinere Mittelständler, sondern auch um Unternehmen mit hohen Umsätzen. Die Faustregel lautet: je größer das Unternehmen, desto mehr sollten alle Teilpläne aufeinander abgestimmt sein, um in der Cashflow-Planung das Ergebnis präzise zu prognostizieren. Leider ist es in der österreichischen Unternehmens-Landschaft so, dass der Cash Flow häufig erst dann methodisch genau ermittelt wird, wenn die Banken danach fragen …

Es versteht sich von selbst, dass gerade KMU mit Finanzierungsproblemen, auf alle Veränderungen schnell reagieren müssen und eine höhere Genauigkeit über die Entwicklung der Finanzierung benötigen. Auskunft über diese Entwicklung ergeben Cash-Flow-Planung, Liquiditätsplanung und die Break Even Point bzw. Umsatzberechnung.

Unterschiede zu Liquidität & G&V

Ein wichtiger Unterschied gegenüber der ähnlichen Liquiditätskennzahl: die Liquidität bezieht sich auf einen bestimmten Zeitpunkt, der Cash Flow ist eine Stromgröße, die stets Veränderungen über einen Zeitraum misst. Der Unterschied zur Gewinn- und Verlustrechnung ist, dass im Cash Flow nur zahlungswirksame Vorgänge berücksichtigt werden. Die Gewinn- und Verlustrechnung beinhaltet auch nichtzahlungswirksame Vorgänge, wie zum Beispiel Abschreibungen, Rückstellungen, Zuschreibungen.

Der Cash-Flow bezieht sich immer auf eine bestimmte Periode, also Geschäftsjahr, Halbjahr oder Quartal. Es gilt darzustellen, welche Zahlungsströme ins und aus dem Unternehmen geflossen sind.

Der Cash Flow erfordert im Gegensatz zu manch anderer, weitaus komplexerer Unternehmenskennzahl, keine besonders aufwändigen Berechnungen. Der Cash-Flow ist – banal ausgedrückt – nichts anderes, als der Kassafluss, also eine Gegenüberstellung von Eingängen und Auszahlungen und der sich daraus resultierende Saldo. Werden Zahlungen oder Eingänge in dem betreffenden nicht zahlungswirksam, können diese auch nicht für die Cash-Flow-Berechnung berücksichtigt werden.

Unternehmensberatung Wien Team

Die Kennzahl zeigt an, wieweit das Unternehmen in der Lage ist sich aus eigener Kraft zu finanzieren. Besonders für die eigene Analyse, aber auch für Kreditgeber ist diese Kennzahl wichtig. Auf den Punkt gebracht gibt die Kennzahl Auskunft über: „Wieviel Geld (und nicht: wieviel Gewinn) wurde erwirtschaftet?“ bzw. „Wie hoch ist der Saldo aus Einzahlungen und Auszahlungen?„.

Die Hauptaussage beim Cash Flow ist also, wie viel Geld vom Unternehmen erwirtschaftet wurde. Deshalb ist zu beachten, dass Positionen, die keinen Geldwert haben, nicht in der Berechnung berücksichtigt werden. Auch Abschreibungen und Rückstellungen zählen zum Beispiel dazu.

Bedenklich ist ein negativer Cash Flow. Dieser sagt aus, dass das Unternehmen kein Geld verdient hat. Im Gegensatz dazu erkennt man an einem hohen Geldfluss, dass das Unternehmen in der Lage war, selbst viel Geld zu erwirtschaften. Ein hohes Potential der Innenfinanzierung kann in Folge für Investitionen, Fremdkapitalabtrag oder Stärkung der Finanzierungskraft Verwendung finden.

Indirekte & direkte Berechnung

Die Berechnung vom Cashflow kann mittels der direkten oder indirekten Methode erfolgen.

Indirekte Methode:

In der Praxis wird die indirekte Ermittlung – der Brutto Cash Flow – häufiger angewandt. Grundlage für die indirekte Ermittlung ist der bilanzielle Erfolg nach Steuern, in der Regel handelt es sich dabei um den Jahresüberschuss. Bei dieser Methode werden zunächst einmal alle nicht monetären Positionen aus dem Jahresüberschuss abgezogen. In dem Fall ergibt sich der Cash-Flow, indem vom Jahresüberschuss nicht zahlungswirksame Erträge ab- und nicht zahlungswirksame Aufwendungen hinzugerechnet werden.

  Jahresüberschuss

  –  nicht zahlungswirksame Erträge

  + nicht zahlungswirksame Aufwendungen

  = Cash Flow i.e.S.


Was bedeutet zahlungswirksam & zahlungsunwirksam?

Der Cash-Flow ergibt sich also aus der Differenz der zahlungswirksamen Aufwendungen und Erträgen. Es ist also zwischen zahlungswirksam und nicht zahlungswirksam zu trennen. Was bedeutet zahlungswirksam?

Nicht zahlungswirksam bedeutet, dass beim Bilanzieren zwar eine Veränderung in der Gewinn- und Verlust Rechnung entsteht, jedoch keine Geldmittel ab- oder zufließen. Es müssen also alle Positionen, die keinen monetären Wert haben, aus dem Jahresüberschuss entfernt werden, weil kein tatsächlicher Geldwert eingenommen bzw. ausgegeben wurde. Dazu gehören z.B. Abschreibungen und Rückstellungen. Beispielsweise führt eine Abschreibung zu einer Verminderung des Gewinnes bzw. zu einer Erhöhung des Verlustes. Als zahlungswirksame Aufwendungen hingegen gelten z.B. Materialkosten, Kosten für Löhne und Gehälter, Steuern oder Zinsaufwendungen.

Zu den nicht zahlungswirksamen Aufwendungen zählen u.a.:

  • Einstellungen in die Rücklagen
  • Erhöhung des Gewinnvortrages
  • Abschreibungen
  • Erhöhung der Sonderposten mit Rücklageanteil
  • Erhöhung der Rückstellungen
  • Bestandsminderung an fertigen und unfertigen Erzeugnissen
  • Periodenfremde und außerordentliche Aufwendungen

Zu den nicht zahlungswirksamen Erträgen zählen u.a.:

  • Entnahme aus Rücklagen
  • Minderung des Gewinnvortrages
  • Zuschreibungen
  • Auflösung von Wertberichtigungen
  • Minderung der Sonderposten mit Rücklageanteil
  • Auflösung von Rückstellungen
  • Bestandserhöhungen an fertigen und unfertigen Erzeugnissen
  • Aktivierte Eigenleistungen
  • Periodenfremde und a.o. Erträge

Direkte Methode:

Bei der direkten Cash Flow Ermittlung werden die Differenz sämtlicher monetären Aufwendungen und der ebenfalls zahlungswirksamen Erträge ermittelt.

Die direkte Ermittlung des (Brutto-) Cash Flows ergibt sich aus der Differenz aller zahlungswirksamen Erträge und den zahlungswirksamen Aufwendungen:

  + zahlungswirksame Erträge

  – zahlungswirksame Aufwendungen

  = Cash Flow i.e.S.

Zu den zahlungswirksamen Erträgen zählen u.a.:

  • Einzahlungen aus Umsätzen / Forderungen (Cash Flow i.e.S.)
  • Sonstige Einzahlungen (Cash Flow i.e.S.)
  • Desinvestitionen (CF Investitionstätigkeit)
  • Eigenkapitaleinlage (CF Finanzierungstätigkeit)
  • Kreditaufnahme (CF Finanzierungstätigkeit)

Zu den zahlungswirksamen Aufwendungen zählen u.a.:

  • Auszahlungen für Personal und Verbindlichkeiten (Cash Flow i.e.S.)
  • Auszahlungen für Material und Waren und Verbindlichkeiten (Cash Flow i.e.S.)
  • Sonstige Auszahlungen (Cash Flow i.e.S.)
  • Investitionen (Cashflow Investitionstätigkeit)
  • Eigenkapitalentnahme (CF Finanzierungstätigkeit)
  • Kredittilgung (CF Finanzierungstätigkeit)

Berechnung des Cash-Flows:

  • Bilanzgewinn oder -verlust
  • Minus Gewinnvortrag aus dem Vorjahr
  • Plus Erhöhung von Rücklagen (zu Lasten des Ergebnisses)
  • Plus Verlustvortrag aus dem Vorjahr
  • Minus Auflösung von Rücklagen (zu Gunsten des Ergebnisses)
  • Plus Abschreibung auf Anlagevermögen

= Cash-Flow (I.)

  • Plus Zuführung zu langfristigen Rückstellungen
  • Minus Auflösung von langfristigen Rückstellungen

= Cash-Flow (II.)

  • Plus oder minus a.o. perioden- und betriebsfremde Aufwendungen oder Erträge

= Cash-Flow (III.)

  • Minus Dividenden Summe

= Cash-Flow (IV.)

Um das Thema nicht ausufern zu lassen, seien die weiteren Cash Flow-Berechnungsarten zumindest erwähnt: Free Cash Flow, Discounted Cash Flow Methode, Cash Flow Return on Investment.

Cash Flow erhöhen, aber wie?

Angesichts der Cash Flow Bedeutung & Bekanntheit gibt es viele Ratschläge, ihn zu verbessern:

  • Produktion nur auf Basis einer konkreten Nachfrage

Um so geringer der Überschuss, um so geringer auch Ihre Herstellungs- und Lagerkosten.

  • Einkauf nur zur aktuellen Befriedigung einer konkreten Nachfrage

Dies mag paradox erscheinen, da Sie durch Mengenrabatte scheinbar Geld sparen können. In der Praxis jedoch wiegen die Vorteile durch einen geringeren Geldabfluss weitaus schwerer.

  • Halbfertig-Bestände bzw. Service-Kapazitäten verringern

Auch hier gilt, dass eine geringere Menge an Beständen einen schnelleren Durchfluss ermöglicht, Komplexität senkt und Zu- und Abfluss besser aufeinander abstimmt. 

  • Zahlungsgeschwindigkeit erhöhen

Eine gnadenlose 0-Fehlerpolitik bei der Rechnungslegung beseitigt jegliche Ausreden für zu spät beglichene Forderungen.

Die genannten Maßnahmen können den Cash Flow zweifelsohne steigern. Noch wichtiger ist die Vermeidung eines negativen Cash Flows. So lässt sich der Gewinn erhöhen und zugleich der Cash Flow senken, wenn Produkte zu hohe Gesamtproduktionskosten aufweisen oder eine hohe Zahl an Außenständen vorliegt. Auf dem Papier wird ein erhöhter Gewinn ausgewiesen, aber dem Unternehmen liegen noch nicht die liquiden Mittel vor.

Die Fristen der Rechnungsüberweisungen einerseits und die Ausgangsrechnungen an Ihre Kunden andererseits müssen sich decken. Zu oft aber begleicht das Management ihre eigenen Verpflichtungen recht schnell, erlaubt den Kunden hingegen deutlich längere Zahlungsziele. Das schadet dem Cash Flow. Zahlungsfristen auf der Rechnung sind daher für ein Unternehmen überlebenswichtig. Auch sollte das Management des Unternehmens darauf achten, dass die Zeitspanne zwischen Einkauf von Produktionsmitteln und dem Verkauf des fertigen Produkts (oder der Dienstleistung) nicht all zu groß ausfällt.

Cash Flow Berater

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